Geschichte

Ältester Verein der Ortschaft

Der Obst- und Gartenbauverein kann sich als ältester Verein der Ortschaft vorstellen. Gleichzeitig gehört er zu den ältesten Obst- und Gartenbauvereinen des Zollernalbkreises. Schon vor der Gründung des Vereins ist in Höfendorf Obstanbau betrieben worden. 

Der Volksschullehrer Haug war die treibende Kraft bei der Gründungsversammlung am 1. Oktober 1904. Gewählt wurden damals zum 1. Vorstand Lehrer Haug, sein Stellvertreter, gleichzeitig Schriftführer, Josef Krist. Kassierer wurde Gemeinderechner Gustav Beiter. Zwei Beisitzer vervollständigten die Vorstandschaft.

Am 8. September 1907 wird Dorfschullehrer Dismas Widmaier Nachfolger von Theodor Haug. Der Verein hat 57 Mitglieder.

Anschaffung einer mobilen Obstmühle und -presse (etwa 1905)

1908 wurde eine Obstdörre gekauft und in einem Raum des damaligen Rathauses aufgestellt. Damit konnten die Mitglieder aus Zwetschgen, Birnen und Äpfel, Dörrobst in großen Mengen herstellen.

1912 wurde bei der Obstausstellung in Haigerloch eine neue Presse gekauft, da die vorhandene Obstpresse in guten Erntejahren total überlastet war.

Für den Vorsitzenden Dismas Widmaier, der nach sieben Jahren Höfendorf verließ, wurde Lehrer Stephan Kessler am 28. Dezember 1915 in das Amt des Vorsitzenden gewählt.

Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges am 2. August 1914 wurden fast alle wehrfähigen Männer zum Kriegsdienst einberufen, darunter Lehrer Kessler und Stellvertreter Josef Krist. Während des Krieges beschränkte sich die Tätigkeit des Vereins aufs Mosten und Dörren. Bei der ersten Nachkriegsversammlung am 24. März 1919
wurde die bisherige Vorstandschaft, Lehrer Keßler, Josef Krist und Gustav Beiter, in ihren Ämtern bestätigt.

Ebenso zwei Jahre später, Anton Kurz, der neue Adlerwirt und Thomas Beiter werden neue Beisitzer.

Die beginnende Inflation zeigt sich auch an den Obstpreisen. Für Fallobst wurden 30 bis 50 Mark und für Tafelobst je 50 Kg bis 80 Mark bezahlt. Der inflationäre Verfall des Geldes veranlasste den Verein die Beiträge und Gebühren in Naturalien zu erheben. Der Jahresbeitrag betrug 1 Ei und die Benutzung der Dörre für 2 Tage kostete 2 Pfund Gerste.

1923 war ein gutes Obstjahr. Über 700 Sack Obst wurden geerntet und daraus ca. 21 000 Liter Saft gewonnen. Nach der Währungsumstellung wurden die Beiträge und Gebühren wieder in Geld eingezogen.

1926 Anschaffung einer motorbetriebenen Obstmühle, sowie einer Baumspritze

1927 wird Lehrer Matthias Heinzmann neuer Vorsitzender. Er regte an, die Gemeinde solle jedem Entlass-Schüler einen Baum schenken; der Gemeinderat lehnte ab. Der OGV stellt 64 Obstsorten aus. 

1928 Anschaffung einer neuen Obstdruckpresse für 518,- RM

1929 und 1930 waren magere Obstjahre und der Verein bezog daher 3000 Liter portugiesischen Traubensaft zu 40 Reichsmark je Liter zur Mostbereitung.
Die Wirtschaftskrise der Jahre 1930 bis 1933 wirkte sich auch nachteilig auf die Arbeit des Vereins aus.

Das Geld war knapp und die Löhne sehr niedrig. Der Jahresbeitrag wurde 1933 von -,50 RM auf -,25 RM herabgesetzt. Schon in damaliger Zeit wurden immer wiederfachkundige Referenten für die Versammlungen gewonnen, wodurch diese sehr gut besucht waren.

Das 25jährige Jubiläum wurde 1931 nachgeholt, wobei die Landwirtschaftskammer dem Verein eine Medaille mit Urkunde verlieh.

1937 Anschaffung einer neuen Motorobstspritze trotz schlechter Finanzlage.

Mit Ausbruch des Weltkrieges 1939 wird der 1. Vorsitzende Lehrer Heinzelmann einberufen und den Verein leitete sein Stellvertreter Thomas Beiter (senior).
Mit Ausnahme des Mostereibetriebs, ruht während der Kriegsjahre die gesamte Vereinsarbeit.


Nach Kriegsende verbieten die Besatzungsmächte jegliche Vereinstätigkeit und genehmigen erst 1947 die Satzung des Obstbauvereins, wodurch am 14. Dezember 1947 eine Neugründung ermöglicht wurde. 56 neu aufgenommene Mitglieder wählten eine neue Vorstandschaft, 1. Vorsitzender wird Karl Anton Lohmüller, der erste Nicht-Lehrer auf diesem Posten.

1949 erschienen nur drei Mitglieder zur Jahreshauptversammlung, was wohl auch auf die totale Mißernte dieses Jahres zurückzuführen war.
Moderne, private Mostereibetriebe etablierten sich und so wurde die Mostereinrichtung des Vereins für einen Schrottpreis verkauft.

1951 tritt Karl Anton Lohmüller  wegen Interessenlosigkeit vieler Mitglieder von seinem Amt zurück. Zum neuen Vorsitzenden wird Alois Lohmüller gewählt. Stellvertreter wird Stefan Eger (senior), Kassierer Thomas Beiter (junior),    Beisitzer Richard Beiter und Anton Kurz (senior). Auch der neuen Vorstandschaft gelingt es nicht, die Probleme zu beheben. Zu den Versammlungen erscheinen nur ein Viertel der Mitglieder und teilweise konnte die Versammlung wegen schlechten Besuchs gar nicht stattfinden.

1954 wechselte die Vorstandschaft erneut.  Richard Beiter wurde 1. Vorsitzender, Alois Lohmüller sein Stellvertreter. Doch das Allgemeininteresse ließ weiter nach.
Nach dem Verkauf der letzten Vereinsgeräte ruhte die Vereinstätigkeit ab 1956 bis 1963.

Bei der Neugründung am 27. April 1963 wurde Hauptlehrer Hennig zum 1. Vorsitzenden und Thomas Beiter (junior) zum Stellvertreter gewählt. Das Amt des Rechners übernahm Willy Spieß und Anton Kurz (junior) wird zum Beisitzer gewählt. Mit dieser Führungsmannschaft wurde das 60jährige Jubiläum, verbunden mit der Herbsttagung des Kreisobstbauverbandes und einer Obstschau des Kreises. Willy Spieß, Alois Lohmüller, Xaver Lohmüller und Josef Beiter erhielten bei dieser Kreisobstschau 1. bzw. 2. Preise.

Im Jubiläumsjahr pflanzt der OGV 100 junge Obstbäume.


Nach Wegzug von Hauptlehrer Hennig wählte die Jahreshauptversammlung am 5.3.1966 Xaver Lohmüller (des Alois) zum 1. Vorsitzenden und gleichzeitigen Schriftführer.
Stellvertreter wurde Thomas Beiter (junior). Alois Lohmüller wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

im Januar 1967 werden 52 Nistkästen aufgehängt.

In den folgenden Jahren traten als neue Aufgaben des Vereins der Gartenbau und die Dorfverschönerung in den Vordergrund. Die mehrfach wiedergewählte Vorstandschaft mit Xaver Lohmüller, Thomas Beiter, Willy Spieß, Georg Schmid und Anton Kurz bewirkte, dass der Verein kräftig aufblühte.

Bei dem Pokalschießen der Höfendorfer Vereine errang die Schützengruppe des Vereines 1969, 1970, 1972 und 1975 den Pokal, wodurch dieser in den 1. Vereinsbesitz überging.

Bei der Vollversammlung am 4.3.1972 sind 52 Mitglieder im Adler anwesend. In den folgenden Jahren werden regelmäßig Vereinsausflüge durchgeführt: nach Bad Dürkheim, an den Bodensee (1973), zum Kaiserstuhl (1978), zum Automuseum nach Ödenwaldstetten und zur Gartenschau nach Ulm (1980).

1979 war ein Super - Obstjahr - dafür zahlte die WLZ auch nur 4,- DM pro Zentner.

1980 scheidet Thomas Beiter auf eigenen Wunsch aus der Vorstandschaft aus, an seine Stelle wird Albert Kotz gewählt.

Bei der Jahreshauptversammlung am 13.3.1984 wird zum neuen 1. Vorsitzenden Albert Kotz gewählt, Stellvertreter wird der bisherige Vorsitzende Xaver Lohmüller. Das Amt des Kassierers übernimmt Dieter Köhler, Schriftführer wird Herwig Häckl. Zu Beisitzern werden Georg Schmid, Willy Spieß und Anton Kurz gewählt.
Das eigentlich 1984 fällige 80jährige Jubiläum musste um ein Jahr verschoben werden und wurde am Wochenende 28. / 29. September 1985 gefeiert.

Bei diesem Jubiläum wurden Georg Schmid für 15jährige Ausschussmitgliedschaft, Willy Spieß für 20jährige Funktionstätigkeit und Xaver Lohmüller für 19 jährige Vereinsvorstandstätigkeit geehrt. Die 80jährige Geschichte des Vereines wurde durch den Studiendirektor a.D. Anton Beiter aus Hechingen in einem interessanten Festvortrag nachgezeichnet. 

Bis 1988 wächst die Zahl der Mitglieder auf 91, davon 19 Ehrenmitglieder. Alljährlich sind die Hauptversammlungen von Vorträgen begleitet: die Bedeutung des Humus zur Gesunderhaltung der Böden (1983), Kräuter und Salat aus dem eigenen Garten (1987), Erkennung und Bekämpfung von Obstbaumkrankheiten, 1990 ruft die Referentin Frau Weckemann auf: "Machen Sie den Garten zum Naturschutzgebiert des kleinen Mannes!"

Bei der Jahreshauptversammlung 1993 wird Albert Kotz als 1. Vorsitzender wiedergewählt, Stellvertreter  ist nun Anton Kurz junior, Schriftführer Lothar Eberhart, Kassierer Dieter Köhler, Beisitzer Herwig Häckl, Roland Beilard, Wolfgang Brückner.

Das 90jährige Jubiläum wurde am 24./25. September 1994 gefeiert. Die Mitgliederzahl hat die Marke von 100 Obst u. Gartenbaufreunde überschritten. Ein besonderer Höhepunkt war die Obst und Garten- Ausstellung rund um den neuen Dorfbrunnen.

Teilnahme des OGV am 900 Jahre Höfendorf Fest (Sept 1995) mit verschiedenen Aktivitäten: Geräteausstellung im Hof bei Oskar Lohmüller, ein Drescherzelt hinter der Schmiede mit Vorführung einer alten Dreschmaschine, Dreschen mittels Dreschflegel und einer Abteilung beim Festumzug.

Pflanzaktion im Rangendinger Weg im Nov 1995: 20 Bäume werden gesetzt: Bohnapfel, Haux, Jakob Fischer und div. Birnen; die erste Obstanlage des OGV.

Bei der Jahreshauptversammlung 1996 wurde Anton Kurz junior zum 1. Vorsitzenden gewählt. Das Amt des 2. Vorsitzender übernahm Albert Kotz. Das Amt des Kassierers übernahm Irmgard Wannenmacher, neuer Beisitzer wurde der bisherige Kassier Dieter Köhler. Die bisherige Satzung wurde überarbeitet und neu aufgelegt. 1998 übernahm Hannelore Rothbauer das Amt des 1. Vorsitzende, Anton Kurz wurde Beisitzer. Hannelore Rothbauer gab nach 1 Jahr das Amt des 1. Vorsitzenden auf.

Anschaffung eines Holzspalters im Wert von 3661,- DM. bei der Mostprobe am 28.2.1998 landen 4 Bietenhäuser auf den ersten vier Plätzen - bei 19 Mostproben und 75 Besuchern.

1999 gab es keinen Kandidaten für den 1. Vorsitzenden. Notgedrungen musste der 2. Vorsitzende Albert Kotz die Arbeit tun. Das 'Intermezzo' dauerte 4 Jahre. am 13.3.2003 wird Peter Pfizenmaier 1. Vorsitzender, Josef Nichter ist Kassierer. 

Bereits 2005 wurde Lothar Eberhart 1. Vorsitzender; zuvor hat der Verein im September 2004 sein 100-jähriges Bestehen gefeiert, er hat 99 Mitglieder, davon 24 Ehrenmitglieder.

2006 und 2007 werden am alten Turnplatz 17 verschiedene Obstsorten gepflanzt, die zweite Obstanlage des OGV.

2008 wird Lothar Eberhart zum 1. Vorsitzenden wiedergewählt. 

Am 10. Januar 2009 war "Alles in Butter". die Bechthodsweiler Theaterfreunde gastieren auf Einladung des OGV im Bürgerhaus mit einem Schwank in 2 Akten.

2010 erhält die Mostprobe ein neues Format: der Mostkönig wird von den Tischgruppen durch die Besucher gewählt. Die Gesangsgruppe Querbeet unterhält die Gäste.

2013 Errichtung des Wildbienenhauses am alten Turnplatz, bald darauf beginnen die jährlichen Bienenfeste, zunächst am alten Turnplatz, ab 2023 am Bürgerhaus.

Am alten Turnplatz wird eine Kräuterbeet erstellt (2013) und eine Obstsortentafel erstellt (2017)

Am 11. April wird Hans-Paul Möller zum 1. Vorsitzenden gewählt. Daniela Mahl löst den langjährigen Kassierer Josef Nichter ab.

Beim Bienenfest am alten Turnplatz referieren die beiden Imker Herbert Beiter aus Rangendingen und Karl Gölz aus Haigerloch-Stetten.

Aus der reichen Obsternte 2018 brennt Adlerwirt Toni Kurz den ersten OGV-Schnaps, den 'Turnplatz-Schnaps'. 

Mit dem Baumschnitt im Frühjahr 2020 startet der OGV den Bau einer Totholzhecke am alten Turnplatz. Entlang der Straße Richtung Hart entsteht in den Folgejahren eine grüne Hecke aus Schlehe, Haselnuss, Feuerdorn u.a.

Der Gartenbau und die Landschaftsgestaltung mit dem Ziel der Nachhaltigkeit, des Vogel- und Insektenschutzes rückt in den Mittelpunkt der OGV-Arbeit. 2023 referieren Sylvia Paglialonga über die Prinzipien der Perma-Kultur und Martin Geils über Perma-Kultur im Gartenbau. 

Der OGV übernimmt den Pachtvertrag für Flurstück 3188 am Schorrenweg, als drittes Grundstück der Gemeinde, hier entsteht ein Übungsfeld für nachhaltigen und naturnahen Gartenbau.

Am 16.11.2024 pflanzt der OGV zum 120jährigen Bestehen eine 120 Meter lange Wildstrauch-Hecke mit 240 Pflanzen am Schorrenweg, mit Hilfe von 25 HelferInnnen unter der Anleitung von Ela Muche, Gestalterin von naturnahen Gärten. Zwischen dem Schaugarten (Übungsfeld) und der großen Hecke wird im Herbst 2024 eine ca 20m lange und 4 m breite Benjes-Hecke errichtet als Lebensraum für Vögel und Kleinlebewesen.